RiVoReime, Assonanzen und ein rückläufiges Wörterbuch für Esperanto
Sprache:Deutsch

Reimen auf Esperanto

Reimen ist auf Esperanto leichter als in vielen anderen Sprachen: Die Betonung liegt immer an derselben Stelle, und die Schreibung entspricht der Aussprache. Hier sind die Regeln und ein paar Tipps. Die Beispiele sind Esperanto-Wörter.

Die Betonung entscheidet

Im Esperanto liegt die Betonung immer auf der vorletzten Silbe: koro, amiko, Esperanto. Der Reim beginnt beim betonten Vokal und reicht bis zum Wortende. RiVo nennt diesen Teil den Reimschlüssel: koro → -oro, amiko → -iko.

Reine Reime

Zwei Wörter reimen sich rein, wenn sie ab dem betonten Vokal gleich klingen: koro – doloro – fervoro. Dieselbe grammatische Endung reicht nicht: tago und domo enden beide auf -o, reimen sich aber nicht, weil ihre Reimschlüssel verschieden sind (-ago, -omo).

Reiche Reime

Ist auch der Konsonant vor dem betonten Vokal gleich, ist der Reim reich: amoro – humoro, stelo – ŝtelo. Bei stelo – velo unterscheiden sich diese Konsonanten (t, v), also ist es ein reiner, aber kein reicher Reim. Reiche Reime klingen stärker und sind in der klassischen Dichtung beliebt.

Grammatische Reime

Wörter mit demselben Suffix und derselben Endung reimen sich automatisch: lernejo – vendejo – kuirejo, kantado – legado. Solche Reime sind völlig korrekt, aber viele Dichter halten sie für arm, weil sie zu leicht sind. Reime zwischen verschiedenen Wurzeln oder Wortarten klingen frischer: stelo – velo – ĉielo.

Elision

In der Dichtung darfst du die Substantivendung -o durch einen Apostroph ersetzen: kor', dolor'. Die Betonung liegt dann auf der letzten Silbe, sodass sich dolor' auf kor' und for reimt. Das Fundamento erlaubt die Elision, aber setze sie sparsam ein.

Assonanzen und unreine Reime

Eine Assonanz teilt nur die Vokale ab der betonten Silbe: koro – tono. Ein unreiner Reim hat ähnliche Konsonanten, zum Beispiel ein stimmhafter und der entsprechende stimmlose Konsonant: tago – lako. Beides funktioniert gut in Liedtexten und moderner Dichtung.

Zähle die Silben

Jeder Vokal (a, e, i, o, u) bildet eine Silbe; j und ŭ sind keine Vokale. aŭ‧to hat also zwei Silben und fi‧ŝi‧sto drei. Für ein Lied oder Gedicht mit festem Versmaß zählt der Silbenzähler die Silben und zeigt das Reimschema deines Texts.

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